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Artikel Dä­ni­sche Min­der­heit

Das Siedlungsgebiet der der Angehörigen der dänischen Minderheit erstreckt sich auf Schleswig-Holstein

Die dänische Minderheit im Land Schleswig-Holstein ist vor allem in der Grenzstadt Flensburg, den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie im nördlichen Teil des Kreises Rendsburg-Eckernförde ansässig. Sie bezeichnet ihr Siedlungsgebiet als Südschleswig.

Größter Verein und Ansprechpartner ist der Südschleswigsche Verein (Sydslesvigsk Forening e.V.). Politisch ist die Minderheit durch eine eigene Partei, den Südschleswigschen Wählerverband (SSW), vertreten. Die im Landeswahlgesetz von der Fünfprozentklausel befreite Partei ist im Schleswig-Holsteinischen Landtag mit zurzeit drei Abgeordneten sowie in zahlreichen Gemeinde- und Kreisvertretungen präsent. Seit 2012 trägt der SSW in Schleswig-Holstein erstmals Regierungsverantwortung.

Die dänische Kultur in Deutschland wird gestärkt durch die dänischsprachige Tageszeitung "Flensborg Avis", ein eigenes Bibliothekssystem (Dansk Centralbibliothek) und das gut ausgebaute Privatschulsystem der dänischen Minderheit mit Grund-, Haupt- und Realschulen, einer Nachschule (Internat) und zwei Gymnasien. In diese Einrichtungen des dänischen Schulvereins (Dansk Skoleforening for Sydslesvig) gehen rund 5.700 Schüler, in die Kindergärten etwa 1.900 Kinder.

Die evangelisch-lutherische dänische Kirche (Dansk Kirke) ermöglicht als Freikirche mit 35 Kirchengemeinden das kirchliche Leben der Minderheit im Land.

Sozialstationen, Altenheime und Heime für Kinder und Jugendliche betreibt der dänische Gesundheitsdienst (Dansk Sundhedstjeneste for Sydslesvig) und der dänische Jugendverband Südschleswigs (Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger) organisiert die Kinder- und Jugendarbeit. Daneben haben sich Angehörige der dänischen Minderheit in zahlreichen weiteren Vereinen organisiert. Im Gemeinsamen Rat für die dänische Minderheit (Det Sydslesvigsle samråd) arbeiten sie alle zusammen.

Die dänische Minderheit finanziert ihre Arbeit aus Eigenmitteln, Spenden von Privatleuten und Stiftungen, vom dänischen Grenzverein sowie zu einem erheblichen Teil durch Zuwendungen aus dem Landeshaushalt Schleswig-Holsteins und deutscher Kommunen des Siedlungsgebietes. Auch vom Königreich Dänemark werden Mittel zur Verfügung gestellt. Grundlage der Förderung sind die Bonn-Kopenhagener Erklärungen aus dem Jahr 1955, in denen die Leitlinien für die kulturelle Selbstbestimmung der dänischen Minderheit in Deutschland, wie auch der deutschen Minderheit in Dänemark, festgelegt sind.

Seitens des Landes Schleswig-Holstein werden außer dem Schulwesen auch die Kultur- und Jugendarbeit, das Volksschulwesen, der Gesundheitsdienst, der Verband der Landwirtschaftlichen Vereine sowie die politische Arbeit der SSW-Landtagsfraktion mit Zuschüssen unterstützt.

Rechtsgrundlagen

Die Verfassung des Landes Schleswig-Holstein erkennt das Recht an, sich zu einer nationalen Minderheit zu bekennen oder nicht (Bekenntnisfreiheit, Art. 5) und stellt die kulturelle Eigenständigkeit und die politische Mitwirkung nationaler Minderheiten und Volksgruppen unter den Schutz des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände. Zudem verpflichtet sich das Land zum Schutz und zur Förderung der dänische Minderheit sowie der friesischen Volksgruppe.

Die dänische Minderheit erfährt außerdem durch die Bonn-Kopenhagener Erklärungen einen spezifischen Schutz. Im Jahr 1955 gaben Deutschland und Dänemark Regierungserklärungen ab: Die deutsche Seite erkannte die in Deutschland lebende dänische Minderheit an und gleichzeitig erkannte Dänemark die auf seinem Gebiet in Nordschleswig lebende deutsche Minderheit als solche an.

Das Landeswahlgesetz Schleswig-Holsteins enthält dem Bundestagswahlrecht entsprechende Privilegierungen der Parteien der dänischen Minderheit. Das heißt, die sogenannte Fünfprozentklausel, gilt für die Parteien der dänischen Minderheiten in Schleswig-Holstein nicht.

Beratender Ausschuss für Fragen der dänischen Minderheit

Er setzt sich unter Vorsitz des Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten entsprechend der Geschäftsordnung zusammen aus Vertretern des Bundesministeriums des Innern, je zwei Mitgliedern der Fraktionen des Deutschen Bundestages, drei Mitgliedern der dänischen Minderheit in Deutschland sowie einem Vertreter des Landes Schleswig-Holstein.

Zusatzinformationen

Flyer - 50 Jahre Beratender Ausschuss für Fragen der dänischen Minderheit

Titelblatt der Broschüre

Deutschland und Dänemark kannten in den Bonn-Kopenhagener Erklärungen am 29. März 1955 die dänische Minderheit in Deutschland und die deutsche Minderheit in Dänemark an. 

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