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Artikel Deut­sche Sin­ti und Ro­ma

Das Siedlungsgebiet der deutschen Sinti und Roma erstreckt sich auf ganz Deutschland

Sinti leben seit dem 14. Jahrhundert auf deutschsprachigem Gebiet. Roma sind in Deutschland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts heimisch geworden.

Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft waren Sinti und Roma Verfolgung und Völkermord ausgesetzt. Ihr kulturelles Erbe war zu einem großen Teil zerstört.

Die deutschen Sinti und Roma verwenden untereinander neben Deutsch als zweite Muttersprache Romanes. Ihre Kinder wachsen zweisprachig auf. Der teilweise Verlust der Sprachkenntnisse ist Folge der Repressionen und des Völkermordes während des Nationalsozialismus.  

Die Angehörigen der deutschen Sinti und Roma haben sich zur Vertretung ihrer Interessen in Vereinen organisiert.

Der Zentralrat der deutschen Sinti und Roma e.V.

Der Zentralrat vertritt die Anliegen der deutschen Sinti und Roma. Die Schwerpunkte der Verbandsarbeit sind: gesellschaftliche Partizipation der Sinti und Roma, Bekämpfung des Rechtsextremismus und Vertretung der Überlebenden des Völkermordes sowie Aufklärungs- und Gedächtnisarbeit.

Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Schwerpunkte der Einrichtung sind die Dokumentation und wissenschaftliche Arbeit zur Geschichte, Kultur und Gegenwart der Sinti und Roma, die kulturelle Arbeit, die Bildung und Fortbildung, die Beratung zur gesellschaftlichen Gleichbehandlung sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Das Zentrum beherbergt die weltweit erste Dauerausstellung über den Völkermord an den Sinti und Roma. Ferner engagiert sich die Einrichtung für den Schutz und die Förderung des deutschen Romanes nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen des Europarates.

Sinti Allianz Deutschland e.V.

Die Sinti Allianz Deutschland e.V. ist ein Zusammenschluss deutscher Sinti. Sie verstehen sich als ein Teil der deutschen Gesamtgesellschaft, die neben ihrer deutschen Sprache und Kultur die der Sinti lebt und pflegt. Ein weiterer Aspekt der Arbeit der Sinti Allianz ist der Erhalt und die Stärkung der Sinti-Kultur durch Kulturprojekte. Sie unterstützen sozial schwache Sinti-Familien mit Sozialberatung, betreuen, beraten und vertreten Senioren sowie NS-Opfer.

Strategien der Europäischen Union

Die Europäische Union hat 2011 die Mitgliedstaaten aufgefordert, einen Bericht über nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020 zu erarbeiten. Der Bericht der Bundesrepublik Deutschland "EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020 – Integrierte Maßnahmenpakete zur Integration und Teilhabe der Sinti und Roma in Deutschland" wurde durch den Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten am 23. Dezember 2011 der Europäischen Kommission übermittelt.

Ende des Jahres 2012 bat die Kommission die Mitgliedstaaten um Mitteilung über den Stand der Umsetzung ihrer Roma-Strategien bzw. ihrer integrierten Politikpakete. Die Bundesregierung übersandte am 4. Dezember 2012 ihre Mitteilung über die Umsetzung des Berichts der Bundesrepublik Deutschland an die Kommission.

2012 wurde ein Netz der nationalen Kontaktstellen aller EU-Mitgliedstaaten eingerichtet, um den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten und die gegenseitige Prüfung der Umsetzung der Strategien zu ermöglichen.

Rechtsgrundlagen

Durch die Änderung der Verfassung des Landes Schleswig-Holstein im November 2012 erfahren nun auch die deutschen Sinti und Roma einen expliziten Schutz.

Gremien: Beratender Ausschuss für Fragen der deutschen Sinti und Roma

Der Beratende Ausschuss hat die Aufgabe, alle die deutschen Sinti und die deutschen Roma betreffenden Fragen der Bundespolitik zu erörtern.

Dem Ausschuss gehören zwei Vertreter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, zwei Vertreter der Sinti Allianz Deutschland e.V., ein Vertreter des Minderheitensekretariats und darüber hinaus Vertreter des Bundesministeriums des Innern, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Regierungen aller Bundesländer an. Abgeordnete des Deutschen Bundestages und Vertreter weiterer Bundesministerien können zu den Sitzungen eingeladen werden. Vorsitzender des Ausschusses ist der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, MdB. Die konstituierende Sitzung fand am 18. März 2015 statt.

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