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Artikel 02.05.2013 Re­gio­nal­spra­che Nie­der­deutsch

Niederdeutsch ist in Deutschland als Regionalsprache im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt.

Von den Minderheitensprachen unterscheidet es sich dadurch, dass die Platt Sprechenden keine nationale Minderheit bilden. Zuhause ist Niederdeutsch in den Ländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie in den nördlichen Teilen von Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt.

Auf ganz Deutschland bezogen beherrschen gut 12 Prozent Platt aktiv, hat das Institut für niederdeutsche Sprache in einer repräsentativen Umfrage im Jahr 2007 ermittelt.

In der Zeit der Hanse, also etwa von 1230 bis 1600, war Niederdeutsch die allgemeine Verkehrssprache in Norddeutschland und an den Küsten der Ost- und Nordsee. Zwischen London, Bergen und Nowgorod verhandelten die Kaufleute mit ihren russischen und englischen Partnern auf Platt. Man sprach das Niederdeutsch nicht nur, man schrieb es auch: in der Justiz, der Verwaltung, der Wirtschaft. Mit dem Niedergang der Hanse zwischen 1500 und 1630 verdrängt das Hochdeutsche von Südosten nach Nordwesten vordringend das Niederdeutsche in der Schreibsprache. Platt beschränkte sich von da an lange Zeit auf den mündlichen Sprachgebrauch.

Die sprachpolitischen Interessen der Niederdeutsch Sprechenden werden auf Bundesebene seit 2002 durch den Bundesraat för Nedderdüütsch (Bundesrat für Niederdeutsch) vertreten.

Die acht betroffenen Länder sowie seit 2008 die Gruppe der Plautdietsch-Sprecher entsenden jeweils zwei Delegierte in den Bundesraat. Dies geschieht über die Landesverbände des Bundes Heimat und Umwelt in Deutschland und den Verein Plautdietsch-Frinde e.V. Die Geschäftsführung liegt beim Institut für niederdeutsche Sprache (INS). Aufgabe des INS ist die Pflege und Förderung der niederdeutschen Sprache, Literatur und Kultur. Schwerpunkte sind die Dokumentation, die Information, der Aufbau und die Pflege eines Netzwerks sowie Erhalt und Weitergabe des Plattdeutschen.

Gremien: Beratender Ausschuss für Fragen der niederdeutschen Sprachgruppe

Er setzt sich unter Vorsitz des Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten entsprechend der Geschäftsordnung zusammen aus Vertretern des Bundesministeriums des Innern, vier Vertretern des Bundesrates für Niederdeutsch (Bundesraat för Nedderdüütsch) und je einem Vertreter der Länder Bremen, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Abgeordnete des Deutschen Bundestages und Vertreter weiterer Bundesministerien werden zu den Sitzungen eingeladen.

Länder-Bund-Referentenbesprechungen Niederdeutsch

Seit 2007 treffen sich jährlich Vertreter der Länder Bremen, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und des Bundes unter Einbeziehung des Bundesrates für Niederdeutsch/Bundesraat för Nedderdüütsch, die sich über wechselnde Fragen der Verbreitung und der Erhaltung der niederdeutschen Sprache austauschen.

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