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Artikel Dä­ni­sche Min­der­heit

Im Bundesland Schleswig-Holstein leben die Angehörigen der dänischen Minderheit. Gut organisiert bilden sie eine Brücke zu unserem Nachbarn Dänemark.

Die dänische Minderheit im Land Schleswig-Holstein ist traditionell in der Grenzstadt Flensburg, den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie im nördlichen Teil des Kreises Rendsburg-Eckernförde ansässig. Sie bezeichnet ihr Siedlungsgebiet als Südschleswig. Umgekehrt lebt in Nordschleswig im Königreich Dänemark eine deutsche Minderheit.

Organisationen der dänischen Minderheit

Größter Verein und Dachverband der dänischen Minderheit ist der Südschleswigsche Verein (Sydslesvigsk Forening e.V. – SSF). Der SSF organisiert unter anderem jedes Jahr im Mai/Juni das Jahrestreffen der dänischen Minderheit "Årsmøde" mit einer Vielzahl von Veranstaltungen. Regelmäßig sind auch Politiker und andere gesellschaftlich relevante Persönlichkeiten aus Dänemark eingeladen, um die kulturelle Verbundenheit der Minderheit mit dem Königreich Dänemark zu unterstreichen.

Politisch ist die Minderheit durch eine eigene Partei, den Südschleswigschen Wählerverband (SSW) vertreten. Die nach dem Landeswahlgesetz Schleswig-Holsteins von der Fünfprozentklausel befreite Partei ist regelmäßig im Schleswig-Holsteinischen Landtag mit eigenen Abgeordneten sowie in zahlreichen Gemeinde- und Kreisvertretungen vertreten.

Eigenes Schul- und Bildungswesen

Der Dänische Schulverein (Dansk Skoleforening for Sydslesvig) unterhält ein gut ausgebautes Privatschulsystem für die dänische Minderheit mit Grund- und Gemeinschaftsschulen, davon zwei mit gymnasialer Oberstufe, und einem Internat. Dem Dänischen Schulverein obliegt auch die Erwachsenenbildung.

Die dänische Kultur wird zudem gestärkt durch ein eigenes Bibliothekssystem (Dansk Centralbibliothek) und die dänischsprachige Tageszeitung "Flensborg Avis".

Eigene Kirche und soziale Einrichtungen

Die evangelisch-lutherische Dänische Kirche in Südschleswig (Dansk Kirke i Sydslesvig) ermöglicht als Freikirche mit zahlreichen Kirchengemeinden das kirchliche Leben der Minderheit im Land.

Sozialstationen, Altenheime und Heime für Kinder und Jugendliche betreibt der dänische Gesundheitsdienst (Dansk Sundhedstjeneste for Sydslesvig). Der dänische Jugendverband Südschleswigs (Sydslesvigs danske Ungdomsforeninger) organisiert die Kinder- und Jugendarbeit. Daneben haben sich Angehörige der dänischen Minderheit noch in zahlreichen weiteren Vereinen organisiert.

Bonn-Kopenhagener Erklärungen als Grundlage der Förderung der Minderheit

Die dänische Minderheit finanziert ihre Arbeit aus Eigenmitteln, Spenden von Privatleu-ten und Stiftungen, Mitteln vom dänischen Grenzverein sowie durch Zuwendungen aus dem Landeshaushalt Schleswig-Holsteins und deutscher Kommunen des Siedlungsgebietes. Die Bundesregierung fördert die dänische Minderheit ebenfalls mit Zuwendungen aus dem Bundeshaushalt. Auch das Königreich Dänemark stellt finanzielle Mittel für die dänische Minderheit zur Verfügung. Grundlage der Förderung sind die Bonn-Kopenhagener Erklärungen aus dem Jahr 1955, in denen die Grundlagen für die kulturelle Selbstbestimmung der dänischen Minderheit in Deutschland wie auch der deutschen Minderheit in Dänemark festgelegt sind.

Zusatzinformationen

Flyer - 50 Jahre Beratender Ausschuss für Fragen der dänischen Minderheit

Titelblatt der Broschüre

Deutschland und Dänemark kannten in den Bonn-Kopenhagener Erklärungen am 29. März 1955 die dänische Minderheit in Deutschland und die deutsche Minderheit in Dänemark an. 

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