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Artikel In­te­gra­ti­on von Spätaus­sied­lern und ih­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen

Spätaussiedlern ist gemäß § 7 Absatz 1 BVFG die Eingliederung in das berufliche, kulturelle und soziale Leben in der Bundesrepublik Deutschland zu erleichtern.

Durch die Spätaussiedlung bedingte Nachteile sind zu mildern. Die Spätaussiedler begünstigenden Spezialvorschriften des Bundesvertriebenengesetzes gelten weitgehend auch für dessen Ehegatten und seine Abkömmlinge, (vgl. § 7 Abs. 2 BVFG). Spätaussiedler erhalten ein staatliches Grundangebot zur Integration wie alle Neuzuwanderer mit rechtmäßigem Aufenthaltsstatus und Bleibeperspektive in Deutschland unabhängig von ihrer Herkunft. Die Umsetzung dieser Integrationsmaßnahmen erfolgt im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums des Innern durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Der Beauftrage der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten unterstützt die Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der Integrationspolitik unter besonderer Berücksichtigung der Belange der Spätaussiedler.

Integrationskurs

Der Schlüssel für gelingende Integration, für Bildungserfolg und Zugang zu einer Beschäftigung sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache. Selbst Spätaussiedler als Deutschstämmige können Deutschkenntnisse nicht immer in ausreichendem Maße mitbringen. Deshalb ist auch für sie das wichtigste Integrationsinstrument der Integrationskurs. Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen haben gemäß §9 Abs. 1 BVFG Anspruch auf kostenlose Teilnahme am Integrationskurs.

Ein Kurs umfasst einen jeweils 600stündigen Sprach- sowie einen 60stündigen Orientierungskurs zu Fragen der deutschen Rechtsordnung, Geschichte und Kultur. Daneben werden Kurse für besondere Gruppen (z.B. Frauen, Jugendliche, Eltern) mit bis zu 1.200 Stunden Sprachunterricht angeboten.

Ergänzende Maßnahmen nach § 9 Abs. 4

Seit Mitte 2006 werden zudem bundesweit Integrationsmaßnahmen speziell für Spätaussiedler auf der Grundlage von § 9 Abs. 4 BVFG gefördert, sog. Ergänzende Maßnahmen. Der dafür eingerichtete Kurs "Identität und Integration PLUS" ist inzwischen auf eine Dauer von 200 Unterrichtseinheiten angehoben; er baut auf dem Integrationskurs auf und behandelt vor allem spezifische Lebens- und Bedürfnislagen der Spätaussiedler wie Identitätsfragen zur Förderung der Selbstidentifikation der Spätaussiedler als Deutsche. Außerdem setzen sich die Teilnehmer des Kurses mit Problemen und Chancen bei der Alltagsbewältigung im neuen Lebensumfeld sowie mit Möglichkeiten und Chancen am Arbeitsmarkt auseinander. So sollen die persönlichen Ressourcen aktiviert und die Eigeninitiative und das eigenverantwortliche Handeln gefördert werden.

Durch das Engagement der Spätaussiedlerorganisationen und mit Unterstützung des Aussiedlerbeauftragten ist es mit einer gesetzlichen Neuregelung im BVFG ab 11. Juli 2009 gelungen, die Ergänzenden Maßnahmen auch für weitere Familienangehörige zu öffnen, die gemeinsam mit dem Spätaussiedler eingereist sind. Das war ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des familiären Zusammenhalts.

Erfolge des Kurses sind neben der Verfestigung der Deutschkenntnisse auch ein gestiegenes Selbstbewusstsein, ein Motivationsschub für den weiteren Integrationsprozess und Fälle von Vermittlung in Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse im Anschluss an den Kurs.

Migrationsberatung

Neben den Integrationskursen gehört die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) zu den gesetzlichen Angeboten der Integrationsförderung. Die MBE initiiert und steuert den Integrationsprozess durch eine professionelle Einzelberatung zeitnah zur Einreise rund um den Integrationskurs, berät aber auch bereits länger in Deutschland lebende Zuwanderer mit bestehendem Integrationsbedarf. In mehr als 600 Einrichtungen bundesweit werden pro Quartal rd. 50.000 Zuwanderinnen und Zuwanderer beraten.
Spätaussiedler und ihre Familienangehörigen gehören zur Hauptklientel der MBE. Der Bund der Vertriebenen (BdV) ist selbst Träger der MBE und setzt zusätzlich rd. 300 ehrenamtliche Kräfte ein, die vorwiegend Lotsenfunktionen für neuzugewanderte Spätaussiedler übernehmen und eng mit den Beratungskräften der MBE zusammenarbeiten. www.bamf.de/migrationsberatung
Die Beratung junger Zuwanderer unter 27 Jahren erfolgt gesondert durch die Jugendmigrationsdienste aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung der Willkommenskultur

Um Spätaussiedlern Informationen zu vermitteln, die für sie von besonderem Interesse sind, wurde 2012 speziell für Spätaussiedler ergänzend zur Informationsbroschüre "Willkommen in Deutschland" vom BMI die deutsch-russische Broschüre "Willkommen in Deutschland – Zusatzinformationen für Spätaussiedler" neu aufgelegt.

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